- 29. November 2024
Ja zur EFAS: Nun läuft der Countdown für Kantone und Gesundheitswesen
Das Schweizer Stimmvolk hat mit seinem «Ja» zur EFAS den Weg zu einer bedeutenden Ge-sundheitsreform geebnet. Auf Kantone, Versicherer und Leistungserbringer kommen mit der Umsetzung der einheitlichen Finanzierung nun einige Aufgaben zu.
Mit dem «Ja» an der Volksabstimmung vom 24. November 2024 ist nun klar: Die Schweiz entscheidet sich für die EFAS, die einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen. Doch was für Auswirkungen hat diese – durchaus substanzielle – Reform auf die Akteure im Gesundheitswesen?
Das Thema betrifft uns direkt, da Löwenfels Kantone und Behörden seit über 30 Jahren mit Beratungen und massgeschneiderten Softwarelösungen bei der Digitalisierung unterstützt.
In diesem Blogpost zeigen wir auf, was auf Kantone, die Versicherer und die Leistungserbringer im Pflegebereich nun an Veränderungen zukommen – und wie sich diese Herausforderungen bereits jetzt angehen lassen.
Unser Ziel ist es, Entscheidungstragenden Orientierung zu bieten und aufzuzeigen, wie Digitalisierung bei der Bewältigung dieser Reformen unterstützen kann.
Ja zur EFAS mit weitreichenden Folgen
Mit dem «Ja» des Volkes zur EFAS wurde ein historischer Schritt in der Schweizer Gesundheitslandschaft getan. Vor 15 Jahren gab die Aargauer Gesundheitspolitikerin Ruth Humbel im Nationalrat den Anstoss zur EFAS – nun wurde die Reform vom Stimmvolk zur Umsetzung angenommen.
Die Einführung der EFAS schafft nicht nur ein flexibleres Finanzierungssystem, sondern fordert eine weitreichende organisatorische Neuausrichtung von Kantonen, Versicherern und Leistungserbringern.
Bis zur Umsetzung der Gesundheitsreform der ambulanten und stationären Leistung bleiben vier Jahre – eine knappe Frist, um all diese Veränderungen zu bewältigen.
Schauen wir uns nun die wichtigsten Herausforderungen für die Kantone, die Versicherer und die Leistungserbringer im Pflegebereich einzeln an.
Die Herausforderungen für die Kantone
Mit der Annahme von EFAS stehen die Kantone vor der Aufgabe, die Umsetzung dieser umfassenden Reform in die Praxis zu übertragen.
Das bedeutet im ersten Schritt, die neuen Aufgaben konkret zu definieren und die organisatorischen Strukturen entsprechend anzupassen. Eine der zentralen Fragen wird sein, wie die Kommunikation und Abstimmung mit den Krankenversicherern gestaltet werden kann.
Hierfür braucht es detaillierte Prozesse und Vereinbarungen, die nicht nur klar, sondern auch effektiv in der Anwendung sein müssen.
Auch die Kontrollaufgaben der Kantone werden sich mit EFAS verändern. Es ist vorgesehen, dass die Kantone sowohl verpflichtende als auch optionale Kontrollaufgaben übernehmen.
Die Entscheidung darüber, welche Aufgaben sie wahrnehmen möchten, ist politisch heikel und organisatorisch anspruchsvoll. Zudem muss die «Gemeinsame Einrichtung KVG» als zentrale Anlaufstelle für die Koordination der kantonalen Aktivitäten gestärkt und strukturiert werden.
Die Herausforderungen für die Versicherer
Für die Krankenversicherer bedeutet EFAS eine signifikante Anpassung ihrer Prozesse.
Neben der Klärung, wie die Kommunikation mit den Kantonen erfolgen soll, müssen Versicherer detaillierte Prozesse für die Kostenerstattung und Kontrolle erarbeiten.
Die zentrale Frage hierbei lautet, in welchem Ausmass die Kontrollen der Abrechnungen der Leistungserbringer verschärft werden.
Hierbei spielt auch die Transparenz der neuen Strukturen eine Rolle, da die Versicherer nun gefordert sind, ambulante Eingriffe vor den stationären zu fördern und so Kosten im Gesundheitssystem erheblich zu senken.
Die Auswirkungen auf den Pflegebereich
Eine gemeinsame Herausforderung für Kantone, Versicherer und Pflegekräfte ist das neue Tarifsystem für ambulante Pflegeleistungen.
Dieses Tarifsystem muss neu entwickelt und schweizweit abgeglichen werden. Dies erfordert eine gründliche Analyse und potenziell viele Abstimmungsrunden zwischen den Akteuren.
Die Pflegebranche fordert zum Beispiel, dass das neue System faire Tarife und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen wird. Dennoch soll es nicht auf Kosten der Versorgungsqualität gehen.
Neu haben alle Finanzierer einen Anreiz, die integrierte Versorgung voranzubringen – also die Zusammenarbeit aller Leistungserbringer wie Hausärzteschaft, Spitäler, Heime, Spitex oder auch Therapeutinnen und Therapeuten zu stärken.
Wir sehen also: Die Ansprüche der verschiedenen Player – Kantone, Versicherer, Leistungserbringer– sind komplex. Wird dies bis 2032 umgesetzt werden?
Chancen durch digitale Lösungen
Mehrere der neuen Aufgaben, die im Rahmen von EFAS entstehen, können durch digitale Lösungen effizient und kostensparend umgesetzt werden.
Unternehmen wie Löwenfels stehen den Behörden mit umfassendem Know-how und branchenspezifischem Expertenwissen zur Seite, um digitale Prozesse zu entwickeln und einzuführen.
Diese Lösungen könnten beispielsweise in der Abrechnungskontrolle, in der Kommunikation zwischen den Beteiligten und in der Datenanalyse eine Schlüsselrolle spielen.
Dass sich mit einer digitalen Spitalrechnungskontrolle Verwaltungskosten einsparen lassen, haben beispielsweise die Kantone Luzern und Uri gezeigt. Mit der Einführung einer elektronischen Rechnungsprüfung können nämlich transparente Abrechnungen zwischen Spitälern und dem Kanton sichergestellt werden.
Fazit: Der Countdown zur Umsetzung läuft
Die Annahme von EFAS ist ein historischer Schritt für das Schweizer Gesundheitssystem – doch die eigentliche Arbeit beginnt jetzt.
Die nächsten vier Jahre werden von intensiven Verhandlungen, organisatorischen Anpassungen und umfassenden Analysen geprägt sein.
Behörden, Versicherer und Leistungserbringer müssen eng zusammenarbeiten, um die gesetzten Ziele zu erreichen.
Mit vereinten Kräften und Unterstützung durch digitale Lösungen können die Herausforderungen gemeistert und die Weichen für ein ausgewogen finanziertes Gesundheitssystem gestellt werden.
Eines ist klar: Wir von Löwenfels sind bereit, Sie zu unterstützen.
Ob digitale Transformation oder Beratung in Behördenfragen – kontaktieren Sie uns gerne.
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