EFAS Umsetzung: Was Kantone jetzt bei Datenflüssen und Rechnungsprüfung beachten müssen

Ist die unter EFAS angestrebte Kostenneutralität tatsächlich steuerbar?
Dieser Frage widmete sich der Brownbag Lunch des Vereins eGov-Schweiz vom 30.04.2026 in Bern.
Mit EFAS verändert sich die Finanzierungslogik im Schweizer Gesundheitswesen grundlegend. In der öffentlichen Diskussion stehen dabei häufig Kostenneutralität, Kostenteiler oder politische Auswirkungen im Vordergrund. Die Diskussionen am Brownbag Lunch haben jedoch gezeigt, dass die eigentliche Herausforderung weniger in der gesetzlichen Zielsetzung liegt, sondern vielmehr in der konkreten Ausgestaltung von Datenflüssen, Prozessen und Rechnungsprüfung.
EFAS verändert Prozesse, Datenflüsse und Verantwortung
Die Anforderungen an Datenqualität, Transparenz und nachvollziehbare Prüfprozesse steigen mit EFAS deutlich. EFAS ist nicht nur eine Finanzierungsreform, sondern eine Prozess-, Daten- und Systemreform.
Mit EFAS werden Kantone künftig nicht mehr nur im stationären Bereich finanziell beteiligt sein. Auch die Kosten für ambulante Leistungen werden direkt budgetrelevant. Während heute also primär stationäre Leistungen im Fokus stehen, wird dies zukünftig auch für alle Leistungen der ambulanten Versorgung der Fall sein.
Die Abwicklung verändert sich in der Praxis grundlegend. Versicherer übernehmen eine zentralere Rolle in der Rechnungsprüfung und die «Gemeinsame Einrichtung KVG» wird zur Daten- und Finanzdrehscheibe zwischen Versicherern und Kantonen. Die gesetzlichen Grundlagen sind dabei nach wie vor noch nicht abschliessend geklärt. Offen bleiben insbesondere praktische Fragen zur Umsetzung von EFAS:
- Wie werden Datenflüsse konkret ausgestaltet?
- In welcher Granularität werden aggregierte Daten künftig von den Versicherern an die Kantone weitergegeben?
- Wie werden Prozesse zwischen Versicherern, Kantonen und der Gemeinsamen Einrichtung KVG abgestimmt?
Die Kantone tragen weiterhin gegenüber den Steuerzahlern die Verantwortung für die Finanzierung des Kantonsanteils sowiePlanung, Steuerung und rechtliche Nachvollziehbarkeit, während die operativen Themen zunehmend bei den Versicherer sind. Diese indirektere Abwicklung verändert die Anforderungen an die Rechnungsprüfung bei den Kantonen.
Rechnungsprüfung wird zum Steuerungsinstrument
Mit EFAS verändert sich die Bedeutung der Rechnungsprüfung. Künftig reicht es nicht mehr aus, Rechnungen isoliert zu prüfen. Entscheidend wird vielmehr die Fähigkeit, Entwicklungen über grössere Datenmengen hinweg sichtbar zu machen und belastbare Entscheidungsgrundlagen für Kantone zu schaffen. Damit werden die Ergebnisse der Rechnungsprüfung zunehmend zu einer Grundlage für operative und strategische Steuerung.
Wie Löwenfels Kantone unterstützt
Löwenfels begleitet Kantone seit Jahren bei der automatisierten Rechnungsprüfung im stationären Bereich und bei Prozessen rund um die Pflegefinanzierung. Im Zentrum stehen eine revisionssichere Datenhaltung, transparente Prüfprozesse und die Integration neuer Datenflüsse unter EFAS. Gemeinsam mit aktuell neun Kantonen entwickelt Löwenfels Lösungen kontinuierlich weiter und schafft damit die Grundlage für eine kontrollierte und nachvollziehbare Umsetzung von EFAS.
Fazit
Die Diskussionen am Brownbag Lunch haben deutlich gemacht: Die eigentliche Herausforderung von EFAS liegt weniger in der Grundidee der Reform, sondern vielmehr darin, wie Datenflüsse, Prozesse und Verantwortlichkeiten künftig zusammenspielen.
Die angestrebte Kostenneutralität ist primär auf das Gesamtsystem ausgerichtet. Für einzelne Kantone kann EFAS dennoch zu spürbaren Mehrbelastungen führen, während andere Kantone gleichzeitig entlastet werden. Umso wichtiger wird die Fähigkeit, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Daten sauber auszuwerten und Veränderungen nachvollziehbar einordnen zu können, damit Kantone bei Bedarf gezielt steuernd eingreifen können.
Löwenfels verbindet dabei Fachwissen, Prozessverständnis und technologische Umsetzung, um gemeinsam mit Kantonen tragfähige Lösungen für EFAS zu entwickeln.


