Route2China, Teil V: ICT Projektwochen – Zwischenzeit, Tag 11-13

Bericht von Elias Christen:

Die Tablet-App nimmt langsam Form an. Die App ist soweit fertig, aber das mit der Gesichtserkennung und der Statistik sieht so aus, als wurde dieses Projekt etwas unterschätzt. Betreffend Projekt Werbefilm sind sich die Auftraggeber nicht einig. Die Anforderungen für die verschiedenen Projekte, die wir erledigen müssen, ändern sich ständig. Aus diesem Grunde konzentrieren wir uns auf die Themen Gesichtserkennung und Statistikauswertung.

Die Tablets unterstützen die Gesichtsunterscheidung leider nicht. Die Gesichtserkennung können wir aber als Datensatz speichern. Wenn also zwei Personen den Werbefilm anschauen und die eine Person sich vom Film abwendet – ein paar Sekunden später wieder zurückkommt – wird die Zeitspanne gemessen, wo eine Person gekommen ist und wann eine gegangen ist. Es muss jedoch nicht dieselbe Person sein.

Die Auswertung der Statistik wird auf die App gespeichert. Was ist momentan hinterlegt? Welcher Werbefilm es betrifft, die Zeitzone, Datum und Uhrzeit (von/bis), Start- und Endzeit – wie lange geschaut wird (Dauer, Zeitspanne). Sie berücksichtigt, wie viele Personen insgesamt den Werbefilm betrachten und bei welchem Abschnitt sich die Personen abwenden (Absprungrate). Es hebt aber auch die beste Phase des Films hervor. Anhand dieser Resultate kann dann pro Standort ein Vergleich gezogen und rasch reagiert werden.

Das weitere Vorgehen

Nach einem langen Arbeitstag hatten wir am Abend zwischen 18 und 21 Uhr noch ein Meeting mit dem Projektleiter von Coderbunker. Jede Projektgruppe stellte ihre Arbeit vor. Wir diskutierten über die Zusammenarbeit und die weiteren Details der Aufträge. Zum ersten Mal erhielten wir ein Feedback zu unserer Arbeit und wir durften aufatmen. Wenn ich mit der Feedback-Kultur bei Löwenfels vergleiche, ist es hier schon etwas ungewohnt für mich. Zu arbeiten und erst nach gut 1 ½ Wochen ein Feedback zu erhalten – da weiss man lange nicht woran man ist.

Zudem bekamen wir einen neuen Auftrag zur Tablet-App: Die Tablets, die an verschiedenen Standorten platziert sind, sollen nicht vor Ort konfiguriert werden, sondern am Server, wo die Tablets zusammenlaufen. Die Tablet-App wird somit zentral gesteuert. Am Server wird die ganze Planung (Ablauf, Zeit, Standort – wann, wo und welcher Werbefilm läuft) hinterlegt und entsprechend programmiert. Der Kunde erhält ein Login zum Server, damit er seine Daten direkt auf dem Server verwalten kann.

Am Mittwoch entschieden wir uns für „homeoffice“ – mal was anderes. Wir verlagerten uns in ein Kaffee, gleich beim Hotel. Etwas mehr Weitsicht und Tageslicht. Dort arbeiteten wir intensiv am Implementieren dieser Statistikauswertung. Die Tests sehen schon vielversprechend aus.

Am Donnerstag arbeitete ich weiter an der Statistik  (Darstellung, Ausgabe etc.). Die erste webbasierte Auswertung und die Analyse, wie viele Personen den Werbefilm anschauen, waren erfolgreich. Super Tag. Wir können nach Hause. Doch dann kam die Ernüchterung. Am Ende dieses super Tages stellte ich fest, dass das Endgerät relativ alt ist. Das Gerät wird nicht unterstützt – das geht gar nicht. Was für ein grober Fehler meinerseits, dies nicht vorher abgeklärt zu haben! Da könnte ich mich glatt Ohrfeigen. Zurück im Hotel, hat es mich nicht in Ruhe gelassen und ich setzte mich nochmals zwei Stunden hin. Arbeiten. Für die Schnittstelle habe ich ein anderes Framework verwendet. Und siehe da, die Tablet-Tests funktionieren und der Tag ist definitiv gerettet. Zeit ins Bett zu gehen.

Die Logik der Zahlen

Eine weitere Chinesisch Stunde haben wir vollbracht. Der Aufbau der Vorwoche war gar nicht so schlecht, wie anfangs gedacht. Denn wer die Zahlen kennt, kann bereits etwas mitreden. Die Wochentage und die Monate haben nicht wirklich einen Namen, wie wir es kennen. Bei den Wochentagen geht’s um Tag 1, Tag  2 etc.  Also immer „Xīngqí“ voraus und dann kommt die Zahl 1 – 5, wie wir sie gelernt haben. Samstag: „Xīngqíliù“ und Sonntag: „Xīngqítiān“ sind speziell und ohne Zahl. Die Monate dasselbe 1-12. Hier kommt zuerst die Zahl und danach „yuè“. Wieso kompliziert wenn es einfach geht?

Wäsche waschen ganz easy

Nach der Nationalfeiertags-Woche konnten wir endlich unsere Wäsche waschen. Das Geschäft war während dieser Zeit geschlossen. Gewaschen haben wir nicht selber. Wir konnten die Wäsche bringen und nach 4 Tagen wieder holen. Es hat alles wunderbar geklappt. Ich war da etwas skeptisch. Umso mehr bin ich überrascht, dass wir alle unsere Stücke sauber und komplett wieder zurückerhalten haben. Da es sehr warm und die Luftfeuchtigkeit hoch ist – auch im Hotelzimmer – sind wir schon sehr froh, endlich wieder saubere, gutduftende Wäsche anziehen zu dürfen.

Und zuletzt noch dies:

Wenn mich jemand fragt, was ich am meisten vermisse: so ist es essenstechnisch ein Stück knuspriges Brot. Dieses abzubrechen, wie es tönt. Der Frischegeruch – der Geschmack – das Erlebnis reinzubeissen… Oder auch Käse und ein feiner Kaffee. Vieles wird hier frittiert, sogar der Reis. Und ich habe das Gefühl nicht wirklich gesund zu Essen. Aber da habe ich ja noch rund eine Woche Zeit, das kulinarische Angebot zu testen.

Übrigens: über die ICT Projektwochen wird auch in den Tages-Zeitungen berichtet.  Haltet Ausschau – auch wir sind gespannt: Luzerner Zeitung.

Bericht Route2China Teil I
Bericht Route2China Teil II
Bericht Route2China Teil III
Bericht Route2China Teil IV
Bericht Route2China Teil VI

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Impressionen:

2019-01-08T14:36:56+02:00