WorldWebForum und die Hightlights aus der Digit!mmo

«Das andere WEF» das WorldWebForum fand am 18. Januar 2018 in Zürich statt. Im Rahmen der zweitägigen Digital Konferenz präsentierte sich die Digiti!mmo am 19. Januar 2018 in Zürich. Was nimmt Löwenfels von der ganzen Konferenz mit nach Hause? 

Das Konferenzthema «End of Nation» sorgte für rege Diskussion. Ob in Zukunft die Nationen noch herrschen oder die Welt sich nur noch z.B. als Google, Amazon oder Facebook ausgibt – dies steht wohl in den Sternen geschrieben. Bundesrat und Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann glaubt auf jeden Fall an den Staat und nicht an Bürger von Amazon oder dass sich eine Person mit einem Facebook-Pass ausweist. Und was denkt Löwenfels CEO Oliver Meyer zum Thema «End of Nation»?

Oliver Meyer: Ich bin überzeugter Demokrat. Die Verteilung der Verantwortung und Macht in einem Staat auf ihre Bürger war meiner Ansicht nach ein Schlüsselelement für die kraftvolle, erfolgreiche Entwicklung der Welt seit dem zweiten Weltkrieg.

Fakt ist aber auch: Wichtige Innovationen verteilen die Macht auf unserem Globus neu. Apple steuert unser Kommunikationsverhalten. Die PTT hat in der Schweiz somit ausgedient. Google versorgt uns mit entscheidenden und neusten Informationen. Die gedruckten Schulbücher sind bereits veraltet. Space X lässt die leistungsfähigste Trägerrakete in den Weltraum steigen. Die ESA geht leer aus. Unsere Rechnungen zahlen wir mit Bitcoin. Die Währung der Nationalbank verliert die Kraft. Diese Tendenzen werden Machtstrukturen verändern.

Der Speaker Glenn Gore platzierte am Kongress ein Zitat: «Compromising kills innovation» – Kompromisse töten Innovation. Die Schweiz und Europa brauche mehr Chaos um Innovationen zu stimulieren; eine Streitkultur mit Sieger und Verlierer. Löwenfels sagt von sich, sie sei innovativ. Lebt Löwenfels in einer Streitkultur?

Oliver Meyer: Bei Löwenfels stellen wir uns seit über 30 Jahren Herausforderungen im Team –  mit agilen Grundsätzen. Darin liegt die Basis unserer Innovationskraft. Wir leben nicht eine Streitkultur nach dem „the winner takes it all“ Prinzip. Wir werden gemeinsam besser. Jeden Tag: durch abwägen, diskutieren, Fehler akzeptieren und entsprechend reagieren. Und deshalb können sich unsere Kunden auf eine nachhaltige Partnerschaft mit uns verlassen.

Die Schweiz ist wirtschaftlich stark und hat die besten Voraussetzungen innovativ zu sein. Die Schweiz setzt auf hohe Qualität in der Ausbildung. Was tut Löwenfels, um auf dem neusten Stand zu sein? Oder anders gefragt, wie verhindert Löwenfels stehen zu bleiben?

Oliver Meyer: Unsere Managementprozesse sehen sogenannte Retrospektiven auf allen Stufen vor. Hier wird in Zyklen von 3-6 Wochen ein Review der Effizienz der Zusammenarbeit gemacht. Diese offene Kritik ist oft für die Beteiligten schmerzhaft. Aber durch diese Zusammenarbeit können wir ständig Verbesserungen implementieren und mit neuen Ideen experimentieren.

Im Weiteren wird behauptet, die Schweiz sei nicht risikofreudig. Dass sie Angst vor dem Scheitern hat. Kann denn das Scheitern einkalkuliert werden?

Oliver Meyer: Ohne Risiken keine Chancen! Aber: Risiken eingehen und Scheitern zu akzeptieren heisst nicht, dass man unvorbereitet und blind in ein Abenteuer rennt.

Die Arbeits- und Risikokultur bei Löwenfels vergleiche ich mit Fallschirmspringen. Wir packen und kontrollieren unseren Schirm sorgfältig und bereiten einen Sprung seriös vor. Wir steigen in das Flugzeug ein und erreichen die ideale Höhe um mit dem Schirm abzuheben. Die Türe geht auf. Ohne zu zögern und im Wissen, dass der Schirm sich öffnet, machen wir einen Schritt nach vorne. Wir gleiten mit dem Ziel den Landepunkt exakt zu erreichen. Und falls wir den Landepunkt verfehlen sollten, dann lernen wir daraus, um es das nächste Mal besser zu machen.

Die Digit!mmo gab umfassender Einblick in die Digitalisierung der Wirtschaft und hat ihren Horizont erweitert, indem sie über die Immobilienbranche hinaus schaut. Wie beurteilt Löwenfels die Digitalisierung in der Immobilienbranche?

Oliver Meyer: Die Digitalisierung alleine nützt nichts, wenn wir nicht erkennen, wo wir unsere Geschäftsmodelle verändern oder adaptieren müssen, damit wir der Konkurrenz überlegen sind. Die Antworten auf das Hinterfragen sind oft nicht offensichtlich. Deshalb ist es wichtig die Chancen der Digitalisierung zu packen und über den eigenen Horizont hinauszuschauen: Ideen holen, mit anderen Branchen und Unternehmen vergleichen, diskutieren.

Wir sind sehr froh, dass unsere Kunden in dieser Beziehung sehr vorbildlich agieren. Sie gehen voran, gehen Risiken ein und wir können ihnen helfen, die entstehenden Chancen zu nutzen.

2018-03-02T09:40:07+02:00