Route2China, Teil II: Platzt nun der Shanghai-Traum?

Im Juli dieses Jahres berichteten wir über das Projekt Route2China. Elias Christen fliegt in genau dieser Woche am 29. September 2018 nach Shanghai. Endlich ist es soweit. Enthusiastisch und begeistert sieht er dem Projekt entgegen. Urplötzlich stand es jedoch fast auf der Kippe…

Elias Christen ist einer von 25 Lernenden, die aus den Kantonen Zürich, Schwyz, Schaffhausen, Zug und Luzern ausgewählt wurden, am internationalen Pilotprojekt Shanghai ICT Projektwochen teilzunehmen. Die Selektion hat er mit Bravur gemeistert.

Die letzten Wochen vor Abflug bereitete sich Elias auf die bevorstehende Zeit vor. Das herrliche Sommerwetter machte es einfach, die Freude stieg. Und wie üblich war Elias sehr sportlich mit seinem Fahrrad unterwegs. Schliesslich will er in Shanghai eine Besichtigung per Fahrrad leisten.

Elias: Wie hast du die letzten Wochen vor Shanghai erlebt?

„Die letzten paar Wochen vergingen ruhig bis turbulent. Ich führte einige Telefonate, viele Dokumente mussten ausgefüllt werden wie Visa-Antrag, Versicherungsanträge, Gepäckverlust – oder Notfall-Dokumente. Ich durfte meine Erwartungen und meine Kompetenzen durchgeben. Auch erhielt ich eine Projektliste mit 16 Möglichkeiten. Aus dieser gab ich meine drei Wunschprojekte an: Advertising Kiosk (Smartphone App programmieren) / Data Quality Framework (verschiedene Technologien) / Augmented Reality (Web Entwicklung). Das coole ist, dass ich an dem Projekt arbeiten werde, das ich insgeheim wollte.“

Die Smartphone App. An dem Projekt wird Elias mit zwei anderen arbeiten. Er bringt bereits erste Erfahrung in der Entwicklung von Apps mit. Somit kann er sein Wissen einfliessen lassen und weiteres Wissen aufnehmen. Die Spannung steigt. „Genau das Richtige. Aber ganz ehrlich: erst wenn die Pass-Formalitäten erledigt sind, die Rechnung bezahlt ist und das Flugticket in der Hand liegt und ich am Flughafen stehe – dann erst wird’s konkret.“

Eine kleine Last landete jedoch regelrecht auf Elias Schultern. An einem dieser herrlichen, schönen Sommertage fuhr Elias mit seinem Rennrad durch den Kanton Nidwalden. Freude herrschte. Genuss pur. Nach ein paar Kilometern, der See in Sicht. Das Schwimmen vor Augen.

Gedanken im Flug

Lächelnd blickt Elias zurück. „Ich frag mich nur: Wo war ich bloss zu jenem Zeitpunkt mit meinen Gedanken? In Shanghai. Meine Bremsreaktion versagte. Ich flog über den Lenker. Ein Salto samt Rennrad. Peng,  so schnell kann’s gehen und ich lag am Boden. Ziemlich benommen war ich. Auch überrascht, dass mir so was passiert. In so einem Moment läuft einiges im Kopf ab: gut haben meine Bremsen funktioniert – ich lebe – es ist nichts passiert!

Personen, die den Sturz mitverfolgt haben, eilten schnell zur Hilfe. Sie haben sich um mich gekümmert. Und ich fand, ich kann doch nicht zu spät zu meiner Verabredung zum Schwimmen kommen. Ich schleifte das Velo neben mir her bis zum See. So schlimm konnte es also nicht sein. Dachte ich zumindest. Dann trat der Ruhezustand ein. Plötzlich wurde es mir bewusst: ich hatte Schmerzen. Autsch. Ich schloss die Augen und schüttelte nur den Kopf. Was ist jetzt mit Shanghai, habe ich es verbockt? Das darf einfach nicht wahr sein…“

Nicht ganz ohne war also Elias Vorbereitung. Am Tag nach dem Unfall durfte er zur Röntgenuntersuchung – ganze drei Stunden – er war gefordert. Wir bei Löwenfels fieberten mit. Muss er operieren oder wird es konservativ behandelt? Der Oberarm in Schonhaltung und ein von Schmerzen verzerrtes Gesicht: das war unsere Erwartung. Im Gegenteil. Elias zeigt sich souverän und grinst. Er hat einen doppelten Schlüsselbeinbruch, kann es konservativ behandeln, trägt eine Schlinge und Physiotherapie ist angesagt. Es wird dauern, bis er wieder Ganz unterwegs ist. Doch Elias unternimmt auf jeden Fall alles Mögliche, um die Heilung voran zu treiben. Er ist und bleibt fleissig.

Mitte September fand die letzte Informationsveranstaltung in Zürich statt. Hier erfuhr er, welche Leistungen inbegriffen sind, wer das Betreuungs-Team vor Ort ist, Informationen über Regelwerke und Kulturelles, auf was geachtet werden muss oder wie er vom Flughafen zur Unterkunft kommt.

Shanghai kommt und Elias darf die Reise antreten. Bis zum 29. September ist die Schlinge weg und bewegen darf er sich auch wieder.

Wie hältst du uns auf dem Laufenden?

„Ursprünglich wollte ich einen Blog schreiben. Nun bin ich aber für die nächsten paar Wochen noch etwas eingeschränkt. Mit Schreiben wird es nichts. Aber wie auch immer. Eine Lösung finde ich bestimmt. Lasst euch einfach überraschen.“

Die Shanghai Besichtigung wird wohl nicht wie gewünscht auf zwei Rädern erfolgen. Doch wir sind überzeugt, dass Elias auf die Hilfe der neuen Kollegen und seines neuen Teams setzen kann.

2019-01-08T14:36:19+02:00