Generation Y am Zentralschweizer Wirtschaftsforum

Im September dieses Jahres ging das 7. Zentralschweizer Wirtschaftsforum der Industrie- und Handelskammer (IHZ), hoch über Luzern über die Bühne. Als Sponsor mit dabei war Löwenfels Partner AG. Nachdem letztes Jahr das Thema „Digitalisierung“ im Zentrum stand, wurde dieses Jahr auf den „Menschen“ gesetzt. Der Mensch als wichtigste Ressource im Unternehmen, trotz Digitalisierung, Robotik und künstliche Intelligenz.

Im Zeitalter der Generation Y wird das Thema Arbeitswerte und modernes Recruiting ausgiebig diskutiert. Welches ist der richtige Umgang mit der Nachfolgegeneration? Und wer ist diese Generation Y eigentlich?

„Die Jugend ist furchtbar und viel zu anspruchsvoll“ lautet das Fazit jeder nachfolgender Generation. Aber ist sie denn so furchtbar? Wohl kaum! Sie ist einfach anders. Wo liegt denn der Schwerpunkt der heutigen Jugend? Die Generation Y setzt grossen Wert auf die Qualität von gemachten Erfahrungen. Sie möchten zeitnahe Feedbacks erhalten und flexibler arbeiten. Was sie tut, soll Sinn machen – das ist ihr wichtig. Die persönlichen Werte und Überzeugungen sollen zu jenen des Arbeitgebers passen. Fordert die Generation Y viel? Ja, aber sie leistet auch dementsprechend viel. Und auf diese Schwerpunkte müssen Arbeitgeber setzen.

Die Generation Y verfolgt keine lineare Entwicklung von klassischen Karrierepfaden. Die Wertvorstellung sind: Kollegiale Zusammenarbeit, Community-Gedanken und Erfahrungen zu sammeln und zu teilen. Sie wechselt eher die Stelle, wenn das Team nicht zu den eigenen Wertvorstellungen passt.

Aber auch in der Generation Y gibt’s grosse Unterschiede. In Bezug auf die Work-Life-Balance sind die Vorstellungen sehr unterschiedlich. Die einen geben 150 Prozent, andere wollen nur 80 Prozent oder sehr flexibel eingesetzt werden. Mal mehr, mal weniger. Für die Arbeitgeber kein einfaches Unterfangen. Im Hinblick auf den sich zuspitzenden Fachkräftemangel muss ein Umdenken stattfinden.

Auch die Generation Y ist am Forum anwesend und nimmt Stellung:
Aaron Steffen, Software Engineer bei Löwenfels Partner AG, hat bei seiner Anstellung eine Bedingung gestellt: «Ich wollte die Möglichkeit haben, einmal zwei Monate am Stück Ferien zu beziehen.» Den Job hätte er ansonsten nicht angenommen. „Dank «Scrum», einer Methode zur agilen Software-Entwicklung ist jedes Teammitglied in der Lage, jede Aufgabe zu übernehmen. Dies ist mit ein Grund, weshalb diese Möglichkeit gelingt.“

Es gibt branchenunabhängige Unterschiede die generationenunabhängig sind. Je nach Branche findet man teilweise wenige Menschen, die Freude an Veränderung haben. Auch Je nach Geschäftsmodell kann der Arbeitgeber nicht flexibel sein. Trotzdem sollten Anreize geschaffen werden, wie zum Beispiel die Optimierung von Arbeitsräumen und –mittel. So bleibt die Arbeit für Generation Y Vertreter attraktiv.

In der Konsequenz ändert sich auch das Recruiting. Durch den Fachkräftemangel spielt Employer-Branding bereits im Bewerbungsprozess eine zentrale Rolle. Die klassischen Stelleninserate reichen nicht mehr aus. Nach den richtigen Talenten muss aktiv Ausschau gehalten werden. Wird eine Fachkraft sodann eingestellt, muss geschaut werden, dass die Motivation und das Engagement hoch bleibt. Zeigt doch der Trend, dass die Arbeitnehmenden nicht mehr sesshaft sind. Dies führt dazu, dass befristete Werk- und Projektverträge die klassische Festanstellung zunehmend ersetzen.

Welche Bedürfnisse hat die Generation Y noch? Sie wünscht sich flache Hierarchien, mehr Verantwortung und Entscheidungskompetenz. Sie möchte aber auch bei Unsicherheiten und Fragen jemanden im Rücken haben – jemanden hinzuziehen können. Aaron Steffen: «Bei mehr Verantwortung steigt auch die Effizienz durch die persönliche Weiterentwicklung». Führung und Struktur sei wichtig und nötig, es muss klar sein, wer die Richtung angibt. Der Mensch – die Nähe zu ihm und die Individualität sollen gefördert werden. Inputs, Ideen ernst genommen werden. Aaron Steffen sagt dazu: «Die Wertschätzung ist höher gestellt als Geld, jedoch muss der Lohn schon auch stimmen.» Ein Dankeschön, ein Lob wie auch unmittelbares Feedback führt zu hoher Arbeitszufriedenheit. Die Vertreter der Generation Y sind sich hier einig.

Fazit:

Welche Auswirkungen die veränderten Ansprüche der Generation Y auf die Arbeitswerte und auf ein modernes Recruiting haben, bleibt offen. Die Generation Y ist aber gar nicht so anders als die Vorgänger-Generation. Das ältere Publikum am Wirtschaftsforum sieht auch Parallelen zwischen den Jungen und Älteren. Es gibt bei beiden unterschiedliche Bedürfnisse und so gehe jeder seinen eigenen Weg. Als Unternehmen sei es wichtig die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt zu fördern anstatt sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Gebündelte Kräfte führe zu einer erfolgreichen Zentralschweizer Region.

2019-06-17T10:09:49+00:00